Das KitaPad

iPÄDagogik

iPad in Kindergarten und Kita

Erwachsene zählen iPad & Co. noch immer zu den neuen Medien. Kinder sehen das anders. Denn in ihrer Welt gibt es digitale Medien schon immer. Smartphone und Internet sind für einen Fünfjährigen genauso alt oder neu wie Zeichenblock und Fernseher. Sie gehören ganz selbstverständlich dazu – gleichberechtigt neben Hörbuch und Wandtafel.

Nicht zuletzt deshalb haben das Institut für KLAX-Pädagogik und Wehrfritz – endlich! – ein Paket für Kindergarten und Kita zusammengestellt:

Neues KitaPad-Paket

  • iPad Air 2
  • Schutzhülle
  • VGA-Adapter
  • First-Step-Karte
  • App-Empfehlungsliste

 

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KitaPad mini-Paket

  • iPad mini
  • Schutzhülle
  • VGA-Adapter
  • First-Step-Karte
  • App-Empfehlungsliste

 

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Verlegen Sie bei schlechter Witterung den Waldtag in den Gruppenraum – ganz nach dem Motto »Aufmerksamkeit 100 %, Regenwahrscheinlichkeit 0 %«. Oder lassen sie die Kinder das Leben in der Mäusegruppe filmen. Dazu müssen sie sich unter anderem filmreif artikulieren. Ein solcher Film zeichnet am Elternabend ein authentisches Bild vom Alltag der Kinder … und von der Medienkompetenz des Kindergartens.

KitaPad iPÄDagogik

Praxistauglich – so, wie es in Kindereinrichtungen gebraucht wird

  • Pakete mit iPad Air 2 oder iPad mini, VGA-Adapter und robuster Schutzhülle (stoß- und kratzfest, spritzwassergeschützt)!
  • sofort einsatzbereit: auspacken, anschalten, los geht’s – Wir haben für Sie alles Notwendige zusammengestellt
  • Vereinfachung und Zeitersparnis für die Erzieherinnen bei Portfolioarbeit, Archivierung und Dokumentation
  • schnelles Bereitstellen von Anschauungsmaterial über das Internet
  • bessere Zusammenarbeit mit den Eltern (Videos,Tonaufnahmen und Fotos dokumentieren Alltagssituationen)
  • viele Ideen für spannende Projektarbeiten
  • Unterstützung der Kindergarten-Verwaltung

 

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Expertenmeinung:

Vorschulbildung in die Zukunft

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Während an manchen Orten in Deutschland wacker darüber gestritten wird, ob digitale Medien nun in Kinderhände gehören oder nicht, schreitet die Verbreitung moderner Technologien und deren Nutzung weiter voran. Diese Entwicklung macht auch vor unseren Kindergärten nicht halt – sie ist längst angekommen.

In immer mehr Einrichtungen setzen die Erzieherinnen und Erzieher ihre eigenen Smartphones und Tablets in der pädagogischen Arbeit ein. Träger statten ihre Kindergärten dafür mit W-Lan und Technik aus. Das zeigt, dass die Erzieherinnen zu verstehen beginnen, welche Chancen in diesen neuen Werkzeugen liegen.

 

Tablets – viele Werkzeuge in einem Gerät

Ein Tablet ist nichts weiter als die Kombination verschiedener Geräte, die meistens bereits seit Jahren im Kindergarten vorhanden sind: Fotokamera, Filmkamera, Diktiergerät, Abspielgerät, Computer mit Schreib- und Rechenprogrammen, Datenspeicher, Suchmaschine, Übersetzungstool und ganz viel mehr.

Ein Tablet kann helfen, die Arbeit für Erzieherinnen und Erzieher effizienter zu gestalten, denn viele Dinge lassen sich dadurch zeitsparend erledigen. Ein rein digitales Dokument erspart das handschriftliche Eintragen und den Gang zum Drucker. Es kombiniert verschiedene Aufnahmesysteme und nimmt wenig Platz weg. Dabei ist dieses Multifunktionswerkzeug wie für den Kindergarten geschaffen. Es ist leicht und man kann es überall mit hinnehmen. Robust und stabil können selbst die ungeschicktesten Kinderhände ihm kaum etwas anhaben. Die Kinder können einige Aufgaben der Erzieherinnen selbst übernehmen, wie zum Beispiel das Aufnehmen von Fotos und das Einsortieren derselben in die Tagesdokumentation. Denn Tablets lassen sich kinderleicht bedienen.

 

Es kommt auf das „Wie“ an

Bei all diesen Vorteilen kommt es darauf an, das Richtige mit den Geräten anzustellen und sich dabei auf das Wesentliche zu besinnen: also auf die tägliche Arbeit mit den Kindern. Die Debatte darüber, ob digitale Medien schädlich sind oder nicht, lenkt nur vom Wesentlichen ab.

Beginnen Sie damit, darüber nachzudenken, was mit digitalen Medien im Bildungsalltag leichter und spannender für die Kinder zu organisieren ist. Hier sind einige Beispiele aus der Klax Praxis:

115952_KitaPad_021. Die Kinder gehen mit einem Tablet und dem Auftrag los, im Kindergarten alles zu fotografieren was rund ist. Zehn Minuten später sitzt die Gruppe zusammen und staunt, wie viele runde Dinge im Kindergarten vorhanden sind. Ganz nebenbei kann die Erzieherin im Bildungsplan das Thema geometrische Körper behandeln.

2. Beim Waldspaziergang entdecken die Kinder, welche Dinge nicht in den Wald gehören, indem sie diese mit dem Tablet fotografieren. Nachdem sie die Bilder betrachtet haben, beschließen alle in der Gruppe, das nächste Mal einen Müllbeutel mit zum Spaziergang zu nehmen. Digitale Medien fördern so die Sicht auf relevante Dinge wie Umweltbewusstsein.

3. An der Bushaltestelle lässt sich kein Fahrplan finden. Die wartenden Kinder entdecken dafür einen QR-Code. Wieder zurück im Kindergarten erklärt die Erzieherin, was ein QR-Code ist und wie man Dinge selbst hinter QR-Codes verstecken kann. Die Kinder sind begeistert und produzieren jede Menge QR-Codes, indem sie Fotos vom Tag, von sich selbst und ihren Bildern aus dem Atelier dahinter verstecken.
All diese QR-Codes werden in den Fluren ausgehangen. Die Kinder warten ungeduldig auf die Eltern und sind sehr enttäuscht, als viele der Eltern gar nicht wissen, wie ein QR-Code entschlüsselt wird.
Am nächsten Morgen diskutiert die Gruppe darüber und stellt fest, dass es nicht in Ordnung ist, Fahrpläne hinter QR-Codes zu verstecken, wenn nicht alle Menschen diese entschlüsseln können. Die Erzieherin kann vermerken, dass ein Medienbildungsprojekt erfolgreich beendet wurde.

Es gibt unzählige praktische Beispiele, die den sinnvollen Einsatz der Tablet-Technologie in der Frühpädagogik verdeutlichen. Sie zeigen, dass es dabei nicht um Spiele und Unterhaltung geht, sondern um Lernprojekte, die aktiv vom Kind ausgehend, stets Reales mit Virtuellem verbinden und dabei zu großen Lernerfolgen führen.

 

Die Entwicklung geht weiter

Kindergärten entdecken die Möglichkeiten der sich rasant entwickelnden Bildungstechnologie. In der Pädagogik setzt man darauf, dass Menschen mithilfe digitaler Geräte ihre Ideen selbstständig umsetzen können, wenn sie sich nur ein wenig technisches Grundwissen aneignen.

Mit Hilfe von verlöteten Leiterplatten können kinderleicht unterschiedliche elektronische Funktionen zu komplexen Schaltkreisen kombiniert werden.
Vor 25 Jahren im Kindergarten meiner Kinder war es angesagt, Pappmonster aus ausrangierten Kartons zu bauen. Diese standen dann bunt bemalt in der Ecke und wurden sehr bewundert. Im Kindergarten meiner Enkel leuchten diese Monster und sie bewegen sich. Die Kinder haben in die Kartonteile kleine elektronische Verbindungen verbaut, welche mit Batterien betrieben, die Monster leuchten und sich von selbst bewegen lassen.

Es ist wahrscheinlich, dass bald viele geeignete Artikel und Materialien aus dem IT-Baumarkt in die Kindergärten Einzug halten. Zusammen mit einer Lötstation werden diese dazu führen, dass es nicht mehr lange dauert, bis in Kindergärten der ein oder andere lebendig gewordene Milchkarton zwischen den Kinderfüßen umherfährt.

 

Konstruieren statt improvisieren

109074_Digital_Mikroskop_01In vielen Großstädten gibt es bereits FabLabs. In diesen Zentren der Do It Yourself-Bewegung gibt es die unterschiedlichsten Maschinen zum Selbermachen. Große Fräsen, 3D-Drucker, Scanner, Plottermaschinen, Stick- und Strickmaschinen, Druck- und Aufbügelgeräte. Ein FabLab funktioniert wie ein Copy-Shop. Wer eine Idee oder ein Projekt hat, geht dorthin und setzt die Idee um. In den FabLabs gibt es Kurse und Workshops, in denen gelernt wird, wie die Technik zu bedienen ist.

Wenn es eine Institution gibt, die schon immer der Philosophie des Do It Yourself folgt, dann der Kindergarten. Ob ein Ersatzteil fehlt, eine verlorengegangene Spielfigur nachproduziert werden muss oder T-Shirts für den Abschlussjahrgang gebraucht werden. Alle diese Dinge lassen sich im FabLab herstellen. Daher liegt es nahe, dass Erzieherinnen die FabLabs für sich und ihre pädagogischen Projekte entdecken. Die Maschinen werden mithilfe von Laptops oder Tablets bedient. Einige dieser Programme können auch von Kindern gut verstanden und benutzt werden. Alles ist möglich, ob Vorschulkinder ein Modell ihres Kindergartens konstruieren und dann am 3D-Drucker ausdrucken, ob die Erzieherin einen neuen Taschenhenkel braucht, ein verlorenes Puppenbein ersetzen oder Plastiktiere für den Bauernhof selbst herstellen will. In den FabLabs treffen sich alle Generationen und auffallend viele Frauen. Meistens sind dort JuniorLabs angeschlossen, die ihr Angebot speziell auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet haben.

 

Nicht den Anschluss verpassen

Die Welt dreht sich weiter, ganz gleich wie die Diskussion um die Benutzung digitaler Geräte von Kindern ausgeht. Die Diskussion ist eigentlich heute schon obsolet. Die digitale Technik wird immer nutzerfreundlicher und lädt immer breitere Bevölkerungsgruppen dazu ein, sich mit ihr auseinanderzusetzen.
Es wird immer leichter für uns werden, unsere eigenen Ideen umzusetzen. Wir werden zukünftig selbst zum Schöpfer der eigenen Kreationen.

Diese Entwicklung ist so nah an dem, was Kindergärten schon immer tun, nämlich selber Dinge zu entwickeln und dringend Gebrauchtes ohne viel Geld und mit wenig Material, dafür mit viel Kreativität selbst herzustellen. Beginnt der Kindergarten damit, neue Technologien auf diesem Weg einzusetzen, wird aus der bisherigen Improvisationsinstitution eine pädagogische Ideenverwirklichungsanstalt.

Autor: Antje Bostelmann

 

Antje Bostelmann: Begründerin der Klax-Pädagogik, Erzieherin, bildende Künstlerin, Autorin

BostelmannQuAntje Bostelmann ist ausgebildete Erzieherin und bildende, Künstlerin. 1990 gründete sie Klax, anfangs als private Malschule und Nachmittagsbetreuung mit künstlerischem Schwerpunkt, heute ein überregionaler Bildungsträger mit Krippen, Kindergärten und Schulen in Deutschland und Schweden. Sie entwickelte die Klax-Pädagogik, ein modernes pädagogisches Konzept, welches das Kind in den Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit stellt und das allen Klax-Einrichtungen zugrunde liegt. Als Erfinderin der Klax-Pädagogik ist sie maßgeblich an der Etablierung der Portfolio-Arbeit und dem selbstorganisierten Lernen in Deutschland beteiligt. Dabei engagiert sie sich für einen europaweiten pädagogischen Austausch und für die Umsetzung der von der UN in der Welt-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufenen Inhalte. Sie entwickelt Lern-und Spielmaterialien für die Arbeit in Kindergarten und Krippe. Seit 1995 hat sie zahlreiche pädagogische Fachbücher veröffentlicht, darunter viele Bestseller. 2008 wurden sie und ihr Autorenteam vom Verlag an der Ruhr zum Autorenteam des Jahres gewählt. Antje Bostelmann liegt nicht nur das Wohl der Kinder am Herzen, sondern auch das ihrer Mitarbeiter. Das findet bundesweit Anerkennung, wie zum Beispiel die Top-Job- Auszeichnungen 2005 und 2010 beweisen. Antje Bostelmann ist Mutter von 3 Kindern und lebt in Berlin.